Gesucht: Informationen über mineralische Abdichtungen mit Verdichtung auf dem trocken Ast der Proctorkurve. Auf welcher Deponie und wieviel m² . Siehe auch: mineralische Abdichtungen
e-mail bitte an: info@deponie-stief.de (Stand 21.07.2004)
Unbestritten ist, daß tonmineralsiche Abdichtungsschichten unter bestimmten Bedingen austrocknen können und durch die entstehenden Trockenrisse als Abdichtungsschichten unwirksam werden können. Unter welchen Bedingungen das vorkommen kann wird auf Tagungen und in Veröffentlichungen diskutiert.
Hier wird auf ausgewählte Informationen zum Thema hingewiesen.
Begonnen hat die "Austrocknungsdiskussion" im Zusammenhang mit der Ablehnung der Kombinationsabdichtung. Deshalb wurden im BMFT - Verbundforschungsvorhaben "Deponieabdichtung" Forschungsvorhaben durchgeführt. Damals ging es aber vorrangig um Basisabdichtungssysteme. Heute wird vorrangig die Eignung von tonmineralischen Abdichtungsschichten in Oberflächenabdichtungssystemen in Frage gestellt. In zahlreichen Veröffentlichungen wird über negative Erfahrungen berichtet.
Interessant ist sicher auch die Diskussion, die sich zu meiner Meinung "Tonmineralische Abdichtungen für Oberflächenabdichtungen von Deponien und Altlasten ungeeignet!!?" erbeben hat. Mehr ....
In die Diskussion geriet die Kombinationsabdichtung als Basisabdichtung wegen der Austrocknungsgefährdung (Rißbildung infolge Feuchtigkeitsverlust der mineralischen Abdichtungsschicht). Das Austrocknungsverhalten von mineralischen Abdichtungsschichten in Kombinationsdichtungen an der Basis von Deponien mit Wärmeentwicklung im Deponiekörper (z.B. Hausmülldeponien) wurde im Rahmen des Verbundforschungsvorhabens "Weiterentwicklung von Deponieabdichtungssystemen" untersucht. (Gefördert vom bmb+f/PT AWAS, Projektleiter BAM, Dr. H. August, Dr. U. Holzlöhner.)
Dr. Petra Döll entwickelte im Rahmen eines Teilvorhabens das Modell SUMMIT, mit dem die temperaturabhängige Entwicklung der Wasserspannungen im Deponieuntergrund berechnet werden kann, woraus auf die Austrocknungsgefährdung geschlossen werden kann.
SUMMIT wurde entwickelt von Frau
Prof. Dr. rer. nat. Petra Döll
(Dr. Petra Döll ist seit dem 1. Oktober 2003 Professorin an der Universität Frankfurt / Main)
Döll schreibt :
Austrocknung und Rißbildung in Deponiebasisabdichtungen
Nach TA Abfall und TA Siedlungsabfall werden Sondermülldeponien und Hausmülldeponien der Deponieklasse II an ihrer Basis mit Kombinationsdichtungen versehen. Untersuchungen haben jedoch ergeben, daß die mineralische Dichtschicht unter der Kunststoffbahn austrocknen kann, wenn die Temperatur an der Oberkante der Dichtschicht aufgrund von Wärmeentwicklung im Müllkörper höher ist als die Temperatur des Grundwassers. Trocknet die mineralische Dichtschicht aus, können sich in ihr Risse bilden, die die Barrierewirkung der Deponiebasisabdichtung erheblich beeinträchtigen.
An der TU Berlin wurde ein Simulationsmodell entwickelt, mit dem die Austrocknung von mineralischen Dichtschichten unter dem Einfluß von Temperaturgradienten abgeschätzt werden kann. Austrocknungsprognosen für typische Deponiebedingungen haben gezeigt, daß es unter ungünstigen Umständen auch dann zu einer kritischen Austrocknung kommen kann, wenn eine Deponie nach TA Abfall bzw. TA Siedlungsabfall gebaut wird. Auch bei alternativen Dichtungssystemen ist eine Austrocknung nicht ausgeschlossen. Daher ist es unbedingt notwendig, bei der Planung einer Deponie die Austrocknungs- und Rißgefährdung der mineralischen Basisdichtschicht deponiespezifisch abzuschätzen. Dazu kann das Modell SUMMIT verwendet werden, mit dem die temperaturabhängige Entwicklung der Wasserspannungen im Deponieuntergrund berechnet wird. Ist eine Rißgefährdung nicht auszuschließen, muß z.B. ein anderes Dichtsystem oder ein anderer Standort gewählt werden.