Deponie> Deponiebetrieb
Deponiebetrieb ist alles, was nicht Deponieplanung und Deponiebau ist.
Beim Betrieb einer Deponie sind aufgrund behördlicher Auflagen meist
eine ganze Reihe von Parametern messtechnisch zu erfassen und
aufzubereiten. Dazu gehören unter anderem
Für eine reibungslose Integration in den Deponiebetrieb wird eine
angepasste und intuitiv zu bedienende Software benötigt, die alle
benötigten Dokument und Berichte auf Knopfdruck liefert.
Zur Dokumentation, zur Auswertung und Verwaltung der Daten aus den Eigenkontrollen ist spezielle Software entwickelt worden.
Für den Betreiber einer Deponie ist es wichtig, schnell und umfassend auf alle relevanten Deponiedaten zurückgreifen zu können. Im Rahmen eines Projektes, gefördert durch den Landkreis Kassel wird derzeit am Institut für Markscheidewesen der TU Clausthal ein Deponie - Überwachungs- und Managementsystem auf der Grundlage eines Geographischen Informationssystems (GIS) entwickelt. Das System unterstützt die Verwaltung, Analyse, Überwachung und Darstellung aller relevanten räumlichen und thematischen Daten der Deponie und dient damit folgenden Zielen:
Das System beinhaltet Grundfunktionen für die Verarbeitung, Dokumentation und Visualisierung von Basisdaten in den Bereichen Kartographie (Karten aus dem amtlichen Vermessungs- und Katasterbereich und der Geologie für den Deponiestandort und seine Umgebung), Flächennutzungskataster (Informationen über die Infrastruktur, wie Gebäude, Verkehrswege und sonstige Flächennutzungen einschließlich ihrer Veränderungen), Leitungskataster (Informationen über die vorhandenen Abwasser, Sickerwasser- und Frischwasserleitungen, Deponiegasleitungen, Strom- und Daten-/Telefonleitungen) und Bestandsplandokumentation (Planungs- und Bauunterlagen in Form von Plänen und textlicher Dokumentation).
Über die einfache Verwaltung, Archivierung und Visualisierung des Grunddatenbestandes hinaus bietet das System Möglichkeiten zur Überwachung und Analyse der periodisch erhobenen Kontrolldaten aus den Bereichen Deponiegas, Wasser (Sickerwasser und Grund-, Oberflächen-, Abwasser), Abfalleinbau (Einbaukataster, Abfallvolumina, Einbauprofile) und Stabilität des Deponiekörpers. Über Schnittstellen können von bestehenden EDV-Systemen (z.B. zur Abfallannahme) gesammelte Daten in das System integriert werden. Das System ermöglicht variiernde, an Thema und Aufgabenstellung orientierte Analysen des gesammelten Datenbestandes, sowie die entsprechende Visualisierung der Ergebnisse als Karten, Diagramme und Tabellen. Damit wird dem Deponiebetreiber eine wirkungsvolle Hilfe bei der Analyse und Entscheidungsfindung geboten.
Das System beinhaltet desweiteren die Standardisierung und Automatisierung des Berichtswesens wie z.B. den in Hessen vorgeschriebenen jährlichen Eigenkontrollbericht. Hierzu ist ein Zugriff auf alle im System archivierten Daten möglich.
Kopie aus der Internetseite
http://www.imac.tu-clausthal.de > Arbeitsgebiete > Geoinformationstechnik
mehr findet man im Internet
Das Deponie-GIS wird z.Zt nur auf der Kreisabfalldeponie Kirschenplantage in Hofgeismar (Landkreis Kassel) eingesetzt. Es erfährt im Frühjahr 2001 eine Erweiterung um ein Modul zur automatisierten Erstellung des EKB gemäß den Vorgaben des Landes Hessen.
Beim Landkreis Kassel ist Dipl.-Ing. Krieter Ansprechpartner
In TASI Nr. 10.5 wird gefordert, daß im Rahmen des Deponiebetriebes regelmäßig die geotechnische Stabilität des Deponiekörpers zu untersuchen ist.
Im Internet sind zu diesem Thema Informationen verfügbar:
Die Erfassung von Kontaminationsfahnen aus Deponien bzw. Altlasten in das Grundwasserregime macht neue explizite Untersuchungsmethoden erforderlich. Die neu entwickelte Methode der Profilvermessung (Milieusondenmessung) der Leitparameter über die ganze Tiefe einer zu untersuchenden Grundwassermessstelle ermöglicht eine vertikale Differenzierung des Grundwasserkörpers mittels eines geringen technischen und zeitlichen Aufwandes. Die anschließend vorzunehmende gezielte Tiefenprobenentnahme mit Hilfe einer speziell entwickelten Probenentnahmetechnik, gewährleistet im Gegensatz zu einer Pumpbeprobung eine repräsentative Schichtbeprobung auch von leichtflüchtigen Stoffen. Die gezielte Entnahme einer Grundwasserprobe aus einem sehr engen Schichtbereich erfolgt ohne die Beeinflussung der dort herrschenden Milieubedingungen. Die Wasserprobe wird in seiner originalen Beschaffenheit mit geringem technischen Aufwand entnommen und kommt unverändert zur Analyse ins Labor. Nur mit einer solchen Verfahrenstechnik ist es möglich, repräsentative und sogar biologisch reine Proben aus einem Wasserkörper zu erhalten. (s. auch Handbuch zur
Erkundung des Untergrundes von Deponien und Altlasten, Band 3 Geophysik, Kap. 13 Milieusondenmessungen, Lhotzky, 199
Die Verordnung über die Eigenkontrolle von oberirdischen Deponien (Deponieeigenkontroll-Verordnung - DEKVO)
Vom 30. März 2000
ersetzt die Verordnung aus dem Jahre 1992
siehe auch hier
In der
Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Selbstüberwachung von oberirdischen Deponien (Deponieselbstüberwachungsverordnung - DepSüVO) Vom 2. April 1998
wird für das Land Nordrhein-Westfalen geregelt, wie die Eigenkontrollen durchgeführt und die Daten dokumentiert, ausgewertet und verwaltet werden sollen.