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19-Jan-2012

Fachliteratur

Immobilisierung (Verfestigung) von Abfällen

Weitere informationen zum Thema "Immobilisierung von Böden und Abfällen"

Demmich, Jörg und Engler, Martin
Ändert eine Immobilisierung die Gefährlichkeit eines Abfalls?

Recht der Abfallwirtschaft AbfallR 4|2004 Seiten 156-161
Aus VII Fazit
Der Begriff "Immobilisierung" wurde spätestens nach In-Kraft-Treten der AVV durch den Begriff (vollständige) "Stabilisierung" abgelöst und ist damit nicht mehr rechtskonform. Daneben stehen die Begriffe "teilweise Stabilisierung" und "Verfestigung". Der Nachweis der Stabilisierung kann durch Elutionsverfahren alleine nicht erbracht werden, da mit der Stabilisierung eines Abfalls die Umwandlung seiner gefährlichen Bestandteile in nicht gefährliche und damit der Bezug auf seine Inhaltsstoffe verknüpft ist.
Die Frage, ob die insbesondere in letzter Zeit auf dem Markt angebotenen "Immobilisierungsverfahren" diesem hohen Anspruch der vollständigen Umwandlung gefährlicher Bestandteile unter Berücksichtigung der Langzeitstabilität hinreichend gerecht werden, kann abschließend nicht beantwortet werden., da die mit den unterschiedlichen Verfahren "immobilisierten" Abfälle ausnahmslos nur mit Eluattests beurteilt werden.
...
Im Fall der Verfestigung ... spielt sowohl die Methode der Verfestigung als auch das Verfestigungsmaterial für die Einstufung als gefährlicher/nicht gefährlicher Abfall keine Rolle. Einzig und allein der Status vor der Behandlung ist maßgebend. Der verfestigte Abfall sollte daher weiter der ursrünglichen (unbehandelten) Abfallart zugeordnet werden, da die Verfestigung keine Stoffumwandlung darstellt.
Dagegen ist die Stabilisierung von Abfällen als chemische Behandlung mit dem Ziel einer Stoffumwandlung anzusehen. Durch die Stoffumwandlung soll die Beseitigung des Gefährdungspotentials erreicht werden. Das Produkt dieser Behandlung, ein neuer Abfall, wäre konsequent der Abfallgruppe 19 02 - Abfälle aus der physikalisch-chemischen Beahndlung von Abfällen ... zuzuordnen.
....

Stabilisierungsrichtlinie für die Zulassung und Überwachung der Entsorgung von stabilisierten und verfestigten Abfällen in Sachsen-Anhalt
MBl.Nr. 25 vom 14.06.2004, S. 321 ff

Zum Thema passen Vorträge auf dem Workshop zum Entwurf der Deponieverwertungsverordnung des BMU (März 2004)

  • Ändert eine Immobilisierung die Gefährlichkeit eines Abfalls?
    Dr.-Ing. Jörg Demmich, GFR Gesellschaft für die Aufbereitung und Verwertung von Reststoffen mbH
    pdf-Datei (17 Folien)
  • Der Einsatz stabilisierter oder verfestigter Abfälle in einer Deponie
    Dr. Harald Rötschke, MDSE MITTELDEUTSCHE SANIERUNGS- UND ENTSORGUNGSGESELLSCHAFT MBH
    pdf-Datei (1.48MB 24 Folien)
  • Gefahren und Risiken der Verwendung von stabilisierten oder verfestigten Abfällen
    Dr. Erhard Edom, Umweltministerium Niedersachsen, Hannover
    pdf-Datei (14 Folien)
  • Erfahrung mit der Stabilisierung und Verfestigung von Abfällen
    Thomas Obermeier, Thomas Winter RWE Umwelt Ost
    pdf-Datei (18 Folien)
  • Thesen zur Immobilisierung von Abfallstoffen aus chemischer und mineralogischer Sicht
    Dr. J. Schmidt - S.D.R. Biotec Verfahrenstechnik GmbH&; Dr. W. Klett - Köhler & Klett Rechtsanwälte
    pdf-Datei (595KB 28 Seiten Text))
  • (Entwurf)Richtlinie für die Entsorgung von verfestigten und stabilisierten Abfällen in Sachsen-Anhalt
    Dr. Gerald Schumann Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt
    pdf-Datei (2.01MB 9 Folien)
  • Technische Möglichkeiten der Stabilisierung und Verfestigung - pro und contra -
    Dr. Reinhard Wienberg Umwelttechnisches Labor - Hamburg
    pdf-Datei (4.14MB 29 Folien)
  • Verwendung von stabilisierten Abfällen in Thüringen
    Lothar Wilhelm, Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Jena
    pdf-Datei (8 Folien)

ATA ad hoc AG Immobilisierungsanlagen Stand: 13.06.2002 Stabilisierung/Verfestigung von Abfällen mit dem Ziel der Ablagerung auf Deponien (Entwurf)
(Meines Wissens entspricht der Entwurf der verabschiedeten Fassung)

Gerschler, Lutz
Immobilisierung von Altlasten und Abfällen
In: Müllhandbuch, Lieferung 2/2003 Kennziffer 8134
Der Autor hält die derzeit verfügbaren Immobilisierungsverfahren für gut geeignet. Verfahren zum Nachweis der Langzeitbeständigkeit seien vorhanden. Im Europäischen Abfallkatalog sei die Immobilisierung eine empfohlene Methode für b estimmte Abfälle. Auch in der BBodSchV wird die Immobilisierung indirekt unterstützt.
Auch der LAGA ATA soll sich mit dem Thema befassen. mehr...
Gerschler hat das Thema neu aufgeriffen. 38 Literaturhinweise zum Thema sind dem Beitrag angefügt.

Aus dem Inhaltsverzeichnis

Einführung -

Begriff Immobilisierung: Ziele der Immobilisierung; Erfahrungen im Ausland

Immobilisierung von Abfällen:Immobilisierung von chemisch-organischen Altlasten und Abfällen; Immobilisierung von anorganisch-chemischen Altlasten und Abfällen

Qualitätsanforderungen: Qualitäts- und Prüfbestimmungen
( Qualitäts- und Prüfbestimmungen der Fördergemeinschaft VBV e.V.)

  • Umfang der Regelungen
  • Anforderungen an Qualitätsstandards und Grenzwerte
  • Mechanische Eigenschaften der Verfestigungsprodukte
  • Auslaugungsverhalten / Verwendung
  • verbindlich vorgeschriebene Eigenüberwachung
  • Rückstellproben und Langzeitüberwachung
  • Fremdüberwachung
  • Dokumentation
  • Qualitätsbescheinigung
  • Anhang der Qualitäts- und Prüfbestimmungen

Wilsnack, Thomas; Boy, Sigrun; Weinhold, Volkmar; Keil, Manfred
Methodische Konzepte zur Beurteilung des Langzeitverhaltens von immobilisierten Materialien
Müll und Abfall 7/2002 Seiten 395 - 405
Aus der Zusammenfassung:
Im Ergebnis des Vorhabens können folgende Schlussfolgerungen formuliert werden:
Die gegenwärtig vorhandenen Beurteilungskonzepte sind für die Prognose des Langzeitverhaltens unzureichend.
Für die Beurteilung des Langzeitverhaltens bzw. die Ermittlung prozessbeschreibender Materialparameter eines immobilisierten Materials können die angewendeten Versuchskonzepte wie folgt eingeschätzt werden:
...
Auf der Grundlage materialspezifisch zu ermittelnder Eigenschaften und Prozessparameter können folgende Konzepte zur Prognose des Langzeitverhaltens herangezogen werden:
...
Die angewendeten Versuchs- und Prognosekonzepte finden national und international breite Anwendung und können als Stand der Technik angesehen werden. Sie ermöglichen die Beurteilung des Langzeitverhaltens (Führung des Gleichwertigkeitsnachweises).
...

als pdf verfügbar unter
http://www.ibewa.de/Index_de/team-de/pub-wils/immo2.pdf

Stabilisierungsverfahren für gefährliche Abfälle -Chemische Betrachtung zum Langzeitverhalten
November 2001
Dr. A. Heindl und Dr. H. Westermann FES Schwabach
verfügbar unter http://www.fes-schwabach.de/docs/Stabilisierung.pdf
(leider nicht mehr am 28.09.2003)

Die AGS hat sich in einer Pressemitteilung (11/2001) kritisch zu Immobilisierung von gefährlichen Abfällen geäußer. In Bezug auf das FES Forschungsvorhaben schreibt die AGS:

Das FES (Forschungs- und Entwicklungszentrum Sondermüll) ist diesen Fragen in einer jetzt vorgelegten Studie nachgegangen und kommt u.a. zu dem Ergebnis, dass bei vielen der untersuchten Verfahren nur eine zeitlich begrenzte Stabilisierung zu erreichen sei. Der Schadstoffgehalt könne bei Schwermetallen nicht reduziert werden. Diese verblieben vielmehr dauerhaft in den Abfällen und es könne nicht gewährleistet werden, dass sie während der Verwitterung der Stabilisate nicht wieder freigesetzt werden.
Die Langzeitbeständigkeit eines Stabilisats könne nicht mit den gängigen kurzfristigen Elutionsverfahren beurteilt werden, wenn gefährliche Abfälle Substanzen enthalten, die mit Hilfe eines Stabilisierungsprozesses nur temporär immobilisiert, nicht aber zerstört werden.
Laut Studie sei es äußerst fragwürdig, gefährliche Abfälle, die in einer Sonderaball- oder Untertagedeponie (Klasse III oder IV) entsorgt werden müssten, mit Hilfe von sog. Stabilisierungsmaßnahmen auf eine niedere Deponiestufe herunter zu klassifizieren oder gar in nicht abgesicherten Deponien sowie im Landschaftsbau zu verwenden.
"Die Anforderungen an eine Basisabdichtung und geologische Barriere sind bei den Deponieklassen I und II entsprechend geringer und bei einer Verwendung im Landschaftsbau fehlen sie fast völlig. Die Wahrscheinlichkeit einer Schadstofffreisetzung an die Umgebung (z.B. über Sickerwässer) ist hier entsprechend höher", so das Forschungsinstitut.

(06-Jul-2003)

Evaluierung von Testmethoden und Modellen für die Bewertung des mittel- und langfristigen Emissionsverhaltens schadstoffhältiger und anorganischer Abfälle und Immobilisierungsprodukte
Endbericht 2001
M. Kraxner, M. Kochberger, W. Lukas, P. Lechner, P. Mostbauer, T. Rautner, T. Sabbas, A. Saxer, W. Wruss
Bericht Teil 1 als PDF (1,3MB), Bericht Teil 2 als PDF (1,4MB), Bericht Teil 3 als PDF (1,4MB), Zusammenfassung als PDF (294KB), Anhang Teil 1 als PDF (770KB), Anhang Teil 2 als PDF (1,4MB), Anhang Teil 3 als PDF (1,4MB), Anhang Teil 4 als PDF (1,5MB)
verfügbar unter: https://www.wien.gv.at/ma22/pool/abfall.htm

Hans-Jürgen Gaggia
Schadstoffe in Abfällen - Mobilität, Verminderungsverfahren
und Beurteilung

http://www.lua.nrw.de/ > Veröffentlichungen > Jahresbericht 2001

Forschungsbericht "Immobilisierung von Abfällen" Endbericht (? ohne Deckblatt, ohne Literaturverzeichnis) MA22 (Magistratsabteilung 22 der Stadt Wien), ABF BOKU (wahrscheinlich Abteilung Abfallwirtschaft an der BOKU Wien) 263 Seiten
Oskar Cermak, Martina Kraxner, Michael Kochberger, Peter Lechner, Walter Lukas, Peter Mostbauer, Tamara Rautner, Thomas Sabbas, Andreas Saxer, Werner Wruss
https://www.wien.gv.at/ma22/pool/doc/immo_abfall.pdf
Endbericht als PDF verfügbar - Seitennummerierung stimmt nicht (2,5MB),
Eine Zusammenfassung der Arbeit findet man unter https://www.wien.gv.at/ma22/pool/doc/immo_abfall_zus.pdf

Schmidt, Rainer
Untersuchungen zur Verwertung und Beseitigung industrieller mineralischer Reststoffe aus der Rauchgasreinigung -Dynamische Brennversuche im halbtechnischen Maßstab
Dissertation (2000) Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät (mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Gutachter: 1. Prof. Dr. Herbert Pöllmann, 2. Prof. Dr. Richard Wenda, 3. Prof. Dr. H. J. Tobschall
im Internet verfügbar als pdf-Datei (12MB!)
http://webdoc.gwdg.de/ebook/tm/2002/pub/geo/00H120/prom.pdf

Gemeinsamer Runderlaß des Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt, des Ministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Ministeriums für Wohnungswesen, Städtebau und Verkehr
Richtlinie für die Zulassung und Überwachung der Entsorgung von Immobilisaten in Sachsen-Anhalt (Immobilisierungsrichtlinie)
Vom 05. September 2000, MBL.LSA S. 1387, geändert am 03.04.2002, MBl.LSA S. 616

Pöllmann H. (1998)
Immobilization of industrial waste with cement
WABE - International Symposium on Cement and Concrete, Montreal, 181-189, Mai
Quelle: http://www.verwaltung.uni-halle.de/dez5/fobi98/FB606/F60602v.htm

Pöllmann H. (1998)
Immobilisierung von Schadstoffen durch Speichermineralbildung
Fördergemeinschaft Ökologische Stoffverwertung e.V., Halle/S.

Vetter G., Pöllmann H., Kuzel K.-J. (1997)
Immobilisierung von Schadstoffen aus industriellen Reststoffen durch Speichermineralbildung - Dynamische Brennversuche im halbtechnischen Maßstab
5. Statusseminar, Berichtsheft 7, Bay Forrest, 139-149, München

Handbuch Immobilisierung von Schadstoffen in Altlasten
Materialien zur Altlastenbearbeitung Band 15
Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg
http://www.uvm.baden-wuerttemberg.de/alfaweb/berichte/mza15/imm2.html

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