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16-Apr-2000

Meine Meinung

Zur Ablagerung von Schlacken auf Hausmülldeponien

Zur Ablagerung von Schlacken auf Hausmülldeponien

Auf der Tagung Deponietechnik 2000 wurden zwei interessante Vorträge zum Thema Schlackeablagerung gehalten:

Aus dem Beitrag von Förstner habe ich herausgelesen und dem Vortrag von Förstner habe ich entnommen, daß das langfristige Deponieverhalten von Schlacken aus Müllverbrennungsanlagen sehr viel günstiger einzuschätzen ist, als das von unbehandelten Siedlungsabfällen (das war zu erwarten) aber auch dem von mechanisch-biologisch vorbehandelten Abfällen.

Im Fazit zu seinem Beitrag stellt Förstner u.a. fest: "Die Wirksamkeit einer Deponie als Schadstoffsenke kann nach vorliegenden Erkenntnissen derzeit nur für organikfreie Inertabfälle gewährleistet werden. Auch geringe Einträge von organischen Substanzen mit einer mikrobiellen Restaktivität, beispielsweise Abfällen nach biologischer Vorbehandlung, erfordern einen hohen Prognoseaufwand, der die nachgeschalteten Barrieresysteme Abdichtung / Auflager / Gesteinsuntergrund einbeziehen muß. " (S. 149)

Förstner schließt die Freisetzung von Schwermetallen aus abgelagerten Schlacken mit dem Sickerwasser nach Jahrtausenden nicht aus, weil der Karbonatpuffer aufgebraucht worden sein wird. (S. 147 Abb.:3)

"Die Abbaurate der Karbonatpufferkapazität ist aber immer noch um zwei Größenordnungen länger als die günstigsten Prognosen für den Prozeß der oxidativen Schwermetallfreisetzung aus den Sulfiden in Siedlungsabfalldeponien." (S. 140)

Hirschmann stellt im Fazit zu seinem Beitrag fest: "Obwohl die MV-Schlacke kein inertes Endlagermaterial darstellt, ist trotzdem die Produktion von MV-Schlacke zum Zweck der Deponierung zur Zeit die Methode der Wahl. Gegen den langfristig zu erwartenden erhöhten Schwermetallaustrag ist eine entsprechende, vorzugsweise geologische Barriere (Standortwahl) vorzusehen. Schmelzschlacken ohne weitergehende Schwermetallabtrennung sollten ebenfalls nicht ohne Sicherung (Sickerwassersammlung und -reinigung) deponiert werden, da relativ früh mit einem Schwermetallaustrag zu rechnen ist." (S. 164)

Zuvor hat auch Hirschmann festgestellt: "Unter der Voraussetzung einer langsamen gleichmäßigen Durchströmung infiltrierender Wässer durch einen Schlackekörper ist mit fortschreitender zeit folgende Entwicklung zu erwarten [...]. Danach folgt die Karbonatpufferphase, in der der pH-Wert des Sickerwassers in der Regel nicht unter pH 7 sinkt und nahezu keine Freisetzung stattfindet. [.....]." S. 162)

Soweit so gut. Aber Förstner warnt trotzdem vor der Ablagerung auf Hausmülldeponien.

In der Diskussion warnte aber Förstner überraschend von der Ablagerung von Schlacken aus Abfallverbrennungsanlagen, auch wenn die Schlacken oberhalb der Hausmüllablagerungen und direkt unter der Oberflächenabdichtung erfolgen. Die Begründung, soweit ich sie verstanden habe: Man wisse nicht, wie das Sickerwasser aus den Schlackenablagerungen das Deponieverhalten der Hausmüllablagerungen beeinflusse. Aber man müsse annehmen, daß es sich drastisch verschlechtere. Förstner fordert, daß Schlacke aus Abfallverbrennungsanlagen auf Monodeponien abgelagert wird.

Fragen dazu bitte ich direkt an Prof. Förstner zu stellen, da ich sie nicht beantworten kann.

Zum Thema Langzeitverhalten von Schlacken sollten Sie auch die Dissertation von G. Hirschmann lesen.

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